Unsere Stellungnahme zum Artikel HZ 21.7.2018 "Ärztehaus und etwas mehr"

(Magda Reichardt in Absprache mit dem Vorstand)

Mit Erstaunen und Befremden haben wir den Artikel in der Hohenloher Zeitung gelesen und uns gefragt, welches Ziel Christian von Stetten und Professor Karle dabei verfolgen, der Bevölkerung auf diese Art und Weise falsche Hoffnungen zu machen, und dies, obwohl beide als Kreisräte ihrer Verantwortung  für die Bevölkerung gerecht werden müssten.
Wie will ein einziger Arzt die Notfallversorgung gewährleisten, damit Notfälle "wohnortnah" versorgt werden können? Dies war schon vor Jahren mit ein Grund, weshalb die Geburtshilfe in Künzelsau geschlossen wurde, da eine Op-Bereitschaft Tag und Nacht finanziell nicht leistbar war.

Auch Professor Karle kann nicht Tag und Nacht zur Verfügung stehen, und ob es gelingt, noch andere Ärzte mit ins Boot zu holen, scheint beim aktuellen Ärztemangel mehr als fraglich.
 
Es ist etwas anderes, nach einer Herzkatheteruntersuchung einen Patienten in Ausnahmefällen mal 24 Stunden zu überwachen, als ständig als Notfallarzt zur Verfügung zu stehen.
So mit den Ängsten und Hoffnungen der Menschen zu spielen, ist äußerst problematisch.
Selbstverständlich wird ein Notfall in der Praxis oder direkt vor der Tür behandelt werden, das ist ärztliche Pflicht und das geschieht in jeder anderen Praxis auch.

In Künzelsau wollen der Kreis und die BBT die Notversorgung  mit einem Rettungswagen und einem Notarzt rund um die Uhr erhalten, so dass die ärztliche Versorgung nach 15 Min da sein kann.
Das weiß auch Herr von Stetten, was kann er da nicht verantworten?

Natürlich kann jeder, der das Kapital hat, ein privates Ärztezentrum bauen und betreiben, aber dann daraufhin zu erwarten, dass der Landkreis bzw. die BBT Betten zu Verfügung stellt, oder dass womöglich das Sozialministerium dies unterstützt, ist fast schon dreist.
Auf jeden Fall haben von vornherein dann immer die anderen den schwarzen Peter!

In Bereich „Altkreis Künzelsau“ gibt es für Ärzte zur Zeit keine Möglichkeit, eine Zulassung von der Kassenärztlichen Vereinigung zu bekommen, da wir hier rechnerisch ein Überangebot haben.
Um das geplante MVZ auf gute Beine zu stellen, müssten Ärzte, die diese Zulassung haben, ins MVZ umziehen und dort tätig werden, dann könnten auch weitere Ärzte angestellt werden, diese würden dann nicht zum (Über-) Angebot gerechnet.
Wenn Herrn von Stetten die Versorgung der Bevölkerung so sehr am Herzen liegt, warum setzt er sich dann nicht dafür ein, dass Prof. Karle und andere Ärzte dort im MVZ tätig  werden?
So sieht unseres Erachtens eine gute Versorgung aus.

 

 

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