Große Resonanz mit Film „Unser Saatgut – wir ernten, was wir säen“

Wir Grüne Hohenlohe sowie Harald Ebner MdB (Bündnis 90/ die Grünen) luden zum mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Unser Saatgut – wir ernten, was wir säen“ in die Evangelische Heimvolkshochschule Hohebuch ein. Rund 80 Interessierte kamen. Der Film handelt vom Wunder Saatgut als „Geschenk der Natur“. Leider sind 94 Prozent des einstigen Sortenreichtums bereits verloren – und damit die Grundlage unserer Ernährung bedroht. Zudem geht es in der Dokumentation um die Bedrohungen durch Gentechnologie, Pflanzengifte und Patente auf Saatgut wie um den weltweiten Kampf dagegen und mögliche Alternativen. Zur anschließenden Diskussion waren Reiner Schmid vom Beratungsdienst Ökologischer Landbau Schwäbisch Hall e.V. und Prof. Roman Lenz vom Genbänkle, Netzwerk für Sortenretter und -erhalter der Nutzpflanzenvielfalt mit Schwerpunkt Baden-Württemberg, anwesend. Harald Ebner musste seine Teilnahme kurzfristig krankheitshalber absagen. Beim Gemüse ist bereits ein Sortenverlust von 90 Prozent zu verzeichnen. „Wenn sie weg sind, sind sie weg“, so Roman Lenz. Das „Genbänkle“ hat sich zum Ziel gesetzt, die Sorten in durch Anbau und Nutzung zu erhalten. Derzeit werden in Baden-Württemberg von der Initiative die über 220 Sorten und über 60 „Retter“ von Kultupflanzensorten in einer Internetdatenbank zusammengefasst. Das entstehende Netzwerk ermöglicht den besseren Zugang zu regionalem Saatgut und dessen Austausch. Nur fünf Prozent des für Biosaatgut verwendeten Materials stamme aus ökologischer Züchtung, benennt Reiner Schmidt ein weiteres Problem. Die meisten öffentlichen Forschungsgelder fließen in die konventionelle Züchtung und somit auch in die Hybridzüchtung. Von der Politik fordern beide Referenten, den Anbau alter, regionaler Sorten, deren Nutzung und die Züchtung besser zu fördern sowie der Vermittlung klassischer Züchtungsverfahren in der landwirtschaftlichen Ausbildung mehr Bedeutung zukommen zu lassen. Die Erhaltung der Sortenvielfalt sei Artenschutz und eine hoheitliche Aufgabe des Staates, so Lenz. Zugleich verberge sich in ihnen wichtiges genetisches Kapital für Weiterentwicklungen. Die jungen Landwirte müssten wieder mehr darüber wissen, ihr Interesse geweckt werden. Rund 20 angehende Junglandwirte in Ausbildung waren am Rande einer Fortbildung, die sie in Hohebuch absolvierten, an diesem Abend anwesend. So schloss sich eine lebendige Diskussion an, an der sich auch die Jungen rege beteiligten. Nach dem Ende der Veranstaltung blieben mehrere Gruppen lange beieinander stehen und diskutierten.

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